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Stress und Entspannungund das autonome Nervensystem
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Unser Gehirn besteht aus zwei Hälften, der rechten und linken Gehirnhälfte, die unterschiedliche Funktionen erfüllen. Die zwei Gehirnhälften werden durch das Balken-Callosum verbunden, das nicht unwichtig zu erwähnen bei Frauen stärker entwickelt ist, als bei Männern. Zwischen den beiden Großhirnhemisphären bildet das Corpus callosum eine quer verlaufende Faserverbindung, die sogenannte Kommissur . Mit etwa 200 Millionen markhaltigen Nervenfasern bildet es den größten Teil des Kommissurensystems. Jede der beiden Hemisphären besteht wiederum aus verschiedenen anatomischen Strukturen und Regionen, welche für diverse Hirnfunktionen verantwortlich sind. Grundsätzlich sind zwar rechte und linke Hirnhälfte ähnlich aufgebaut, unterscheiden sich jedoch in Größe und Verteilung bestimmter Bereiche. Die Großhirnrinde, die Oberfläche des Gehirns, besteht aus Windungen und Furchen, die in der medizinischen Fachsprache als Gyri und Sulci bezeichnet werden. Die Oberfläche des Gehirns wird dadurch erheblich vergrößert, wodurch mehr Neuronen und synaptische Verbindungen auf kleinerem Raum wirken. Der Großteil dieser Nervenzellen macht die graue Substanz aus, welches von der weißen Substanz des Gehirns umgeben ist. Das Gehirn ist in ein Großhirn und ein Kleinhirn gegliedert. Dementsprechend spricht man sowohl von den Großhirn-, als auch den Kleinhirnhemisphären. Unser Gehirn besteht zu 60 % aus Fettsäuren, wovon wiederum EPA und DHA den größten Anteil ausmachen. Omega 3-Fettsäuren sind ein extrem wichtiger Baustein für unsere Nervenzellen und sollten deswegen auch ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung ausmachen. Im Präfrontalen Cortex werden Entscheidungen getroffen. Hier bilden wir langfristige Pläne, hier entwickelt sich unser moralisches Urteilsvermögen und hier entstehen Problemlösungsstrategien. Der Präfrontale Cortex ist für wesentliche Elemente unserer Persönlichkeit zuständig. Der präfrontale Cortex ist eine anatomische Region der Großhirnrinde, des Cortex cerebri. Im Gehirn befindet sich der präfrontale Cortex an der Stirnseite und nimmt den vorderen Rindenteil des Frontallappens ein. Er ist der „Dirigent“ sämtlicher unserer Handlungen, von Entscheidungen über Selbstregulation bis Prioritätensetzung. Die Insula hat als multisensorisches und viszeromotorisches Areal unter anderem eine wichtige integrative Funktion. Sie ist einer der fünf Großhirnlappen und ist in das vegetative Nervensystem eingebunden. Im Hinterkopfareal sind unsere Bilder, Erinnerungen und vielfältige Persönlichkeitsmerkmale gespeichert. Persönlichkeitszüge können sich über unsere gesamte Lebensspanne hinweg verändern, wobei Kindheitserfahrungen, soziale Interaktionen und gelernte Bewältigungsstrategien die Gewichtungen ausmachen. Das Gehirn bleibt über unsere gesamte Lebensspanne hinweg flexibel und entwickelt sich mit unseren Erfahrungen. Die Hirnrinde – der sogenannte Neokortex – ist der äußerste Bereich des Gehirns, der für die kognitiven Funktionen wie Sprache, Entscheidungen und Willkürmotorik zuständig ist. Hier sind die Nervenzellen exakt angeordnet, kleinste Störungen im Laufe der Entwicklung führen zu kognitiven Einschränkungen und neurologischen Erkrankungen. Einen großen Raum nimmt das limbische System ein. Das limbische System ist ein sehr alter Teil des Gehirns, der für Emotionen, Gedächtnis, Lernen und Antrieb verantwortlich ist. Die Amygdala ist der Sitz der Emotionen, sie ist für Wut und Angst, Furcht, Freude und Trauer zuständig. Die Amygdala reguliert unsere emotionalen Reaktionen und prägt, wie wir emotionale Erfahrungen in unser Selbstbild integrieren. Die Amygdala ist ein paariges Kerngebiet des Gehirns. Sie ist Teil des limbischen Systems.
Der Nukleus accumbens reagiert auf Belohnung. Der Nucleus accumbens stellt eine Kernregion, eine Ansammlung von Nervenzellkörpern im Bereich der Basalganglien dar. Als Teil des Vorderhirns dient er als wichtige Verknüpfungsstelle zwischen den Basalganglien und dem Limbischen System. Im Nucleus accumbens befinden sich eine Vielzahl von Dopamin-Rezeptoren. Der Nukleus accumbens ist von großem Interesse bei der Erforschung von Suchtentstehung, da viele Drogen wie Kokain, Marihuana, Cannabis oder Opiate auf diese synaptische Übertragung einwirken.
Der Hippocampus reguliert Konzentration, Gedächtnis, Gefühlssteuerung, Stressreduktion, verknüpft Erinnerungen, räumliche Vorstellungen. Er ist der Geschichtenerzähler. Als Teil des limbischen Systems macht der Hippocampus einen Hauptteil des Archikortex aus und ist funktionell vor allem an der Bildung und Aufrechterhaltung von Gedächtnisinhalten und Lernprozessen beteiligt. Der Hippocampus gilt als das Integrationszentrum des Gehirns, da er auch mit Funktionen des endokrinen Systems in Verbindung steht, der Verarbeitung viszeraler Informationen, sowie dem Gesamtsystem der Emotionsbildung uund Emotionsverarbeitung. Der Hippocampus steht zunehmend im Fokus der Forschung. Veränderungen in seiner Größe, insbesondere eine Verkleinerung, werden heute mit verschiedenen psychischen Erkrankungen und traumatischen Erfahrungen in Verbindung gebracht. Kindesmisshandlung und -vernachlässigung, posttraumatische Belastungsstörung, Stresshormone und chronische Depression können nach neueren Erkenntnissen eine Verkleinerung bewirken. Serotoninmangel kann die Plastizität des Hippocampus beeinträchtigen. Folgen eines verkleinerten Hippocampus können Gedächtnisprobleme, räumliche Desorientierung, Emotionale Dysregulation, erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen, Borderline-Persönlichkeitsstörung, sogar abnormes EEG und Übererregbarkeit des limbischen Systems sein.
Der Vagusnerv ist zentral für die Selbstregulation und Regeneration. Funktionell wird der Vagus dem Parasympathikus zugeordnet, also dem Teil des vegetativen Nervensystems, der für Schonung, Verdauung und Regeneration, Erholung sorgt. Er ist der zehnte Hirnnerv. Er verläuft vom Hirnstamm über Hals und Brustraum bis in den Bauch. Er beeinflusst Herz, Lunge, Magen-Darm-Trakt und weitere Organe. Kein anderer Nerv vernetzt Körper und Psyche so umfassend. Es gibt den älteren dorsalen Vagusnerv, der den Magen, den Darm, die Leber und die Nieren beeinflusst. Unter Sicheren Bedingungen sorgt er für tiefe Regeneration, Ruhe, Genuss und Passivität. In unsicheren Bedingungen führt er zu Erstarrung, Totstellen, Dissoziation. Der neuere ventrale Vagusnerv fördert in sichereren Bedingungen die soziale Bindung. Der ventrale Vagus ist in der Lage, auf Stress und emotionale Reize zu reagieren und so eine beruhigende Wirkung auf den Körper auszuüben. Der ventrale Vagusnerv erstreckt sich entlang des Halses, der Brust und des Bauches und ist in der Lage, das Herz, die Lunge, den Magen, den Darm und andere Verdauungsorgane zu beeinflussen. Auch ist er fähig die Regulierung von Herzfrequenz, Blutdruck, Atmung, Verdauung zu beeinflussen. Der vordere ventrale Vagusnerv reagiert auf innere und
äußere Signale, die Es ist übrigens durchaus möglich durch mechanische, thermische oder elektrische Reize den Vagusnerv zu reizen und zu überreizen. Im schlimmsten Fall kann dies zu einem tödlichen Kreislaufstillstand führen. Fremdkörper im Rachen etwa können den Vagusnerv so überreizen, dass ein Herzstillstand die Folge ist, der sogenannte Bolustod (zu den verschiedenen Arten der Reizung des Vagus und welche Folgen dies hat, später mehr). Der Bolustod ist ein reflektorisch einsetzender Herz-Kreislauf-Stillstand. Er wird durch ungenügend gekaute harte Nahrungsmittel ausgelöst. Ein größeres hartes Apfelstsück etwa kann schon genügen. Zu große Stücke, die den Hypopharynx in Richtung Ösophagus nicht passieren können, lösen eine Reizung der Larynxwand mit überschießender vagaler Reaktion aus. Diese kann dann zu einer reflektorischen Bradykardie (zu langsame Herzfrequenz mit weniger als 60 Schlägen pro Minute) und zu einem Herzstillstand führen. Eine Überreizung des Vagusnervs kann sich äußern in Schwindel, Ohnmachtsanfällen, Herzrasen, Atembeschwerden, Magen-Darm-Problemen wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Psychische Probleme können Angstzustände, depressive Verstimmungen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen umfassen. Und selbst einige Medikamente, etwa bestimmte Antidepressiva oder Antiarrhythmika können zu einer Überreizung führen. Unser autonomes Nervensystem ist gänzlich auf unser Überleben ausgerichtet. Signale aus der Umwelt und dem Körper werden ständig daraufhin überprüft, ob unsere Umgebung Sicherheit oder Gefahr und Bedrohung bedeutet. Negativer Stress beeinflusst unser autonomes Nervensystem. Ein erhöhter Puls oder eine geringe Herzfrequenz-Variabilität (!) können auf einen hohen Stresslevel hindeuten. Dieser ist jedoch bedingt durch andere Faktoren, wie auf dieser Site beschrieben.
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